Einstieg in das China-Geschäft

Deutsche Produkte sind in China aufgrund ihres guten Rufs sehr beliebt. Durch den wachsenden Wohlstand sind viele Chinesen auch gern bereit hohe Preise für die Deutschen Produkte zu zahlen. Das China-Geschäft lohnt sich also und verspricht hohe Gewinne für Deutsche Firmen, Hersteller und Händler!

Produkte auf Taobao verkaufen

Taobao gehört zur bekannten Alibaba Group und wird als größtes Online-Auktionshaus Chinas oft als das "eBay" oder "Amazon" von China beschrieben. Es wurde 2003 von Jack Ma gegründet und ist mit 500 Millionen angemeldeten Benutzern sowie mehr als 60 Millionen Besuchern pro Tag sogar Marktführer im gesamten asiatischen Raum!

Auf der gigantischen Internet-Auktionsplattform werden pro Minute durchschnittlich 48.000 Produkte verkauft. Als Consumer-to-Consumer (C2C) Marktplatz hat Taobao erstaunlicherweise sogar vielen Chinesen aus dem ländlichen Raum zu plötzlichem Reichtum verholfen, aber es gibt natürlich auch eine große Anzahl an professionellen und gewerblichen Händlern sowie E-Commerce Firmen, die auf Taobao verkaufen.

Wie auch bei eBay liegt der Fokus mittlerweise nicht mehr auf Auktionen, sondern die meisten Waren werden zu einem festen Preis angeboten und können sofort gekauft werden. Die Einstiegshürden sind jedoch immer noch sehr niedrig und es finden sich viele extrem günstige Waren auf Taobao. Höherwertige Produkte und Luxusgüter werden eher auf dem Portal Tmall (Tianmao) verkauft.

Produkte auf Tmall verkaufen

Tmall bzw. "Tianmao", wie es auf Chinesisch heißt, ist ein Shoppingportal für höherwertigere Markenprodukte und Luxusgüter. Es gehört wie Taobao ebenfalls zur Alibaba Group, bietet Käufern aber einen Treuhand-Service und verschiedene Garantie- und Schutzleistungen.

Bevor ein Händler seine Produkte auf Tmall listen und verkaufen darf, erfolgt erst eine genaue Prüfung durch Alibaba. Dabei werden nicht nur alle relevanten Dokumente wie Handelsregistereintragungen etc. gecheckt, sondern es kommen auch Kontrolle zum Firmensitz um eine Vor-Ort Prüfung durchzuführen. Außerdem müssen Händler eine Kaution von etwa 40.000 Renminbi hinterlegen, die beispielsweise der Absicherung der Käufer vor Nichtlieferung, Garantieansprüche, etc. dienen soll.

Aufgrund dieser Prüfungen ist Tmall bei reichen und kauffreudigen Chinesen sehr beliebt, da diese mittlerweise selbst Angst vor Fälschungen haben und nur Originalprodukte kaufen wollen!

UNIQLO, L’Oréal, adidas, P&G, Unilever, Gap, Ray-Ban, Nike und Levi's sind nur einige der Marken, die bereits ihre Produkte auf Tmall verkaufen.

Produkte auf Jingdong verkaufen

Jingdong oder kurz JD.com (früher 360Buy) ist einer der größten B2C Online Shops in China. Jingdong wurde bereits 1998 von Liu Qiangdong (engl. Richard Liu) als Handelsfirma für Speichermedien (Magneto Optical Disks) gegründet. 2004 stieg man unter der Domain jdlaser.com in den Internethandel ein und erweiterte das Sortiment schrittweise um CDs, DVDs, Bücher, eBooks und schließlich auf Güter aller Art, ähnlich wie Amazon.

2014 hat Tencent einen 15% Anteil an JD.com erworben, um eine stärkere Position gegenüber dem mächtigen Mitbewerber Alibaba zu haben.

Laut eigenen Angaben lag der Umsatz auf Jingdong im Jahr 2012 bei 60 Milliarden Renminbi und 2013 sogar bei 125,5 Milliarden Renminbi.

Auch die Anzahl der angebotenen Produkte wächst stark. Im Dezember 2011 hatte Jingdong 1,5 Millionen SKUs (stock keeping units) gelistet, im Dezember 2012 bereits 7,2 Millionen, ein Jahr später 25,7 Millionen und im Frühling 2014 waren es dann 40,2 Millionen SKUs.

Seit 2007 betreibt JD.com auch einen eigenen Logistik- und Lieferservice mit 86 Lagerhäusern und 1.620 Auslieferungsstationen auf dem ganzen Chinesischen Festland.